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Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6

Ein etwas exzentrischer Roman für die, die die Realität nicht zu ernst nehmen.

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Griechenland

14.08. Auf dem Weg nach Dubrovnik

Schon um sieben Uhr war es diesmal kaum zum Aushalten. Die Sonne stand relativ flach am Horizont, war kaum aufgestanden, doch wärmte bereits mehr als allen lieb war. Eigentlich war ich sogar um sechs Uhr wach, aber dann doch zu faul, um aufzustehen. Am Ende konnte ich gegen hab neun abfahren, nachdem ich mich von den außergewöhnlich netten Menschen hier auf dem Campingplatz verabschiedet hatte.
Meine letzte Mark investierte ich in „Booze“, sowohl in Form von Diesel als auch Wein. Es ist immer so eine Sache, wenn man abfährt, kann man die Währung nicht mehr gebrauchen. Tauschen lohnt meist nicht, daher gönnte ich mir ein gutes Tröpfchen. Der Transe auch.
Ich war froh, so früh losgekommen zu sein, denn jetzt, da die Sonne höher stand, stieg auch die Temperatur im Auto. Dann kam die Grenze. Ich glaube nicht, dass es etwas gibt, das ich sinnloser finde, vor allem weil die Beamten am Ende sowieso nichts merken, wenn man sich geschickt anstellt. Trotzdem werden alle kontrolliert, einer der Ordnungshüter auf kroatischer Seite warf sogar einen Blick in den Camper, aber ganz ehrlich, ich hätte einen Raketenwerfer unter dem Bett verstecken können, der Typ wäre niemals in der Lage gewesen, ihn auf diese Weise zu finden. Vor allem weil er nur einen oberflächlich nachsah. Und deshalb kontrolliert man also? Es ist fast wie in einer Firma, allen misstrauen, auch den 95%, die gute Arbeit leisten, um die 5%, die man sowieso kennt, an den Haken zu kriegen. Um dann letztlich selbst dann nichts zu unternehmen. Es ist hier nichts anderes. Zumal wir alle sicher eine halbe Stunde in der prallen Sonne stehen mussten, um endlich abgefertigt zu werden.

Und da war ich wieder, wie durch einen Körper bin ich durch Bosnien hindurch, vor 8 Tagen bei Bihac eingetreten, um unten bei Dubrovnik mit einigen wenigen Problemen wieder ausgeschieden zu werden.
Ganz im ernst, Bosnien ist ein verstecktes Land, das so viel zu bieten hat, wenn man genau hinschaut. Die Touristenschwärme fehlen – von Mostar einmal abgesehen - was ich als sehr angenehm empfand. Alles ist noch etwas unfertig, noch nicht bis ins kleinste Detail geplant so wie jetzt in Dubrovnik, wo anscheinend nichts dem Zufall überlassen wird. Aber ich greife vor, denn die dalmatische Perle kommt erst morgen dran.
Die Küstenstraße jedenfalls, die ich das Vergnügen hatte heute entlang fahren zu können, ist traumhaft und allein eine Reise wert. Sie ist nicht ganz so spektakulär wie die Amalfi-Küste, trotzdem, die Straße schlängelt sich am Meer entlang, mehrere Inseln passierte ich, es war ein freudiges Wiedersehen mit dem Mittelmeer nach langer Zeit. Wirklich bewusst habe ich das Meer eigentlich seit Genua nicht mehr angesehen, in Venedig ist so etwas immer etwas anders wegen der Lagune. Heute konnte ich anderthalb Stunden fahren und mir das Wasser anschauen, das im Licht glitzerte und sich genauso zu freuen schien, mich zu sehen. Dabei zweifelte ich meine Wahl der Route ein wenig an, denn eigentlich wollte ich doch fast jede Nacht am Mittelmeer verbringen. Aber ach, es ist gut so, wie es ist. Das Leben besteht nicht nur aus Salzwasser.
Auch die Art meiner Mitmenschen wurde anders. Viele Deutsche waren unterwegs, auch Franzosen und Italiener, komischer Weise kaum noch Holländer. Sind die Ferien schon vorbei oder kommen sie nicht mehr her?
Als ich an Dubrovnik die Küstenstraße entlang fuhr, sah ich im Hafen drei Kreuzfahrtschiffe liegen, zwei davon angedockt. Riesige Kähne, die Hunderte,Tausende (ich weiß es wirklich nicht) Menschen fassen. Zum einen faszinierend, dass diese Kähne hier anlegen, zum anderen beängstigend, wenn man bedenkt, wie viele Menschen die hier ausgespuckt haben. Ob es morgen zu einem echten Erlebnis oder zu einem Albtraum wird, werde ich sehen, aber etwas voreingenommen bin ich schon. Dabei sieht das Panorama auf Dubrovnik von oben wirklich eindrucksvoll aus. Ich hielt noch nicht, denn erst wollte ich das Auto abstellen. Einige Kilometer entfernt fand ich einen einfachen und vollkommen ausreichenden Campingplatz, auf dem noch gecampt wird und nicht animiert, unterhalten, gepampert. Hier verbrachte ich einige Zeit am Strand, der an diesem Samstag natürlich völlig überfüllt war, habe wegen der harten Steine, auf denen ich lag, immer noch Druckstellen an den Knöcheln, aber sonst war es ruhig und entspannend.
Eine Geschichte muss ich noch loswerden. Durch die Wärme hatte ich gestern endlich wieder Gelegenheit, nachts draußen zu sitzen. Der Himmel war völlig klar, kaum „Lichtverschmutzung“ von Großstädten. Ein wahrer Sternschnuppenregen ging hernieder, ich äußerte immer den gleichen Wunsch, den ich natürlich nicht sagen darf.
Und da war es dann, das Gefühl beinahe grenzenloser Freiheit. Vielleicht ist es auch Glück, am Ende sind das nur Begrifflichkeiten. Niemand störte mich mehr, die, die es in der Vergangenheit getan haben, saßen alle auf irgendeiner Wolke. Was für ein Anblick.
Sicher, noch sind sie nicht weit weg, manche springen auch ab und zu hinunter und stören mich wieder, bevor ich das bemerke und sie wieder hinauf setze. Aber es ist trotzdem der richtige Weg und ich frage mich, warum ich es erst jetzt tue. Vielleicht musste ich doch noch lernen, vielleicht ist es genau das: „Der auf die Wolken setzt“. Wie zweideutig.
So könnte man mich in Zukunft nennen.
 

Schon wieder kein Foto. Erbärmlich.

Strand bei Kupari

So sieht es hier aus.

Hafen bei Kupari

Der kleine Hafen von Kupari ist eigentlich sehr nett.

copyright 2005 - 2016 Torsten Thoms

buch seelenfesseln klein 3

NEU 2014:

Seelenfesseln

Der Roman zur Reise:
Nocturnia - Die langen Schatten.
Wer möchte, kann die ersten Kapitel hören. Oder auch lesen.

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