Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6

Ein etwas exzentrischer Roman für die, die die Realität nicht zu ernst nehmen.

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Rückfahrt nach Deutschland

13.01. Syrakus

Es war ein besserer Tag, auch wenn ich noch die Energielosigkeit spürte. Später aber überwand ich diese zumindest etwas, so dass ich etwas von der alten Stärke spüren konnte.

Heute Nacht war es sehr kalt gewesen. Die Feuchtigkeit von draußen kroch in den Camper hinein, erfüllte meinen Körper, der morgens steif und alt wirkte. Es war ein besonders schöner Sonnenaufgang, der Himmel über dem bewegten Meer färbte sich rot, die Sonne tauchte alles in ein warmes Licht. Es sind Anblicke wie diese, die mir etwas von der verschütteten Hoffnung zurückgeben. Nina und ich hatten gestern Abend den Ausflug in die Stadt gewagt, um dort in eine Pizzeria zu gehen. Die Pizza, die erste, seit ich hier bin, war sehr gut, leider war das Restaurant nicht geheizt, so dass ich den ganzen Abend fror. Wir erreichten trotzdem gestern beide langsam wieder zu einem Zustand, der es uns ermöglichte, eine Spur von Normalität zurückzugewinnen.

Heute Morgen setzten wir dann diese Entwicklung fort, waren schon früh auf den Beinen. Um kurz nach neun konnten wir abfahren, Syrakus war das Ziel. 70 Kilometer Autobahn, gerade Strecke, nicht etwa wie bei Taormina, wo ich mir schon beim Fahren sämtliche Zähne ausgebissen hatte. Wir kamen sehr früh in Syrakus an, schon um elf rollten wir auf den Parkplatz der Stadt. Drei Wochen ist es her, dass ich hier war. Ich freute mich auf den Besuch, denn der letzte war zu kurz gewesen. Wir liefen in die Stadt, die uns mit ihrer alten Atmosphäre empfing. Mir war es gar nicht mehr so grandios in Erinnerung, aber der Domplatz eröffnete sich vor unseren Augen, wurde weiter und weiter, mit jedem Meter, den wir voranschritten. Die Sonne tat ihr Übriges, füllte den Platz mit hellem Licht aus, ließ ihn heiter und einladend wirken. Als Erstes gingen wir natürlich in den Dom selbst, ich zeigte Nina die dorischen Säulen des griechischen Tempels, die innen und außen zu sehen sind. Noch immer bin ich der Meinung, dass es eine der eindrucksvollsten Kirchen ist, die ich je gesehen habe, denn Antike und Neuzeit vereinen sich so perfekt in diesem Bauwerk. Wir besichtigten den Dom eine ganze Weile, auch außen bewunderten wir ihn. Dann spazierten wir weiter, einfach durch die wunderbare Altstadt. Es war ein perfekter Tag dafür, beinahe brannte es vom Himmel. Ich glaube, dass ich mir sogar einen leichten Sonnenbrand zugezogen habe. Im Januar. Das muss einem Berliner erst einmal passieren. Irgendwann kamen wir an der riesigen Papyruspflanze an, die wie in einem Becken in einem Tümpel wächst. Dort, mit Blick aufs Meer, setzten wir uns in ein kleines Café und ruhten uns aus. Ich weiß nicht warum, aber wir sind beide sehr erschöpft. Selbst der kleine Spaziergang hatte uns angestrengt. Es ist so schade, dass wir uns das gegenseitig antun, denn wir verderben uns mit diesen Streitereien die schönste Zeit des Jahres.

Nach der kleinen Stärkung wanderten wir weiter, erforschten die Winkel der Altstadt. Den Apollotempel sahen wir auch, selbst wenn er kaum die Mühe lohnt, denn es ist nichts erhalten außer einigen stehenden Säulen. Es gibt kaum etwas Traurigeres als  zermürbte Ruinen wie diese. In der Nähe fanden wir auch einen Markt. Nina, die seit kurzem Vegetarierin ist, schwelgte beim Fischangebot. Sicher haben ihr die saftigen Oktopi das Leben schwer gemacht, aber sie blieb standhaft. Selbst ich konnte kaum widerstehen, die leckersten Gambas waren vor meiner Nase ausgebreitet. Aber ich werde mit dem Fisch- und Fleischessen warten, bis Nina wieder weg ist. So groß ist der Verzicht für diese paar Tage nicht.

Langsam gewann ich meine gute Laune zurück. Das nahe Meer, die Sonne, das gute Essen, alles spielte in meine Hände. Wir blieben danach nicht mehr lange. Einige Stunden in Syrakus reichten uns. Die nahen Ausgrabungsstätten ignorierten wir, spürten dabei auch keinen Verlust. Ich empfinde es zurzeit als schöner, durch alte Städte zu wandern, in denen noch Menschen leben. Von Ruinen habe ich im Augenblick genug.
Der Abend wurde dann recht harmonisch. Wir finden wieder mehr zueinander. Schade nur, dass wir die kurze Zeit dazu verwenden mussten.
 

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Der weite Platz vor der Kathedrale ist an diesem Tag einfach herrlich.

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Auch die Kathedrale beeindruckt uns wie beim ersten Mal.

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Das Meer ist so still an diesem Tag.

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Auch die Papyruspflanze leuchtet mehr als beim letzten Mal.

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In den Gassen gingen wir stundenlang spazieren.

copyright 2005 - 2016 Torsten Thoms

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NEU 2014:

Seelenfesseln

Der Roman zur Reise:
Nocturnia - Die langen Schatten.
Wer möchte, kann die ersten Kapitel hören. Oder auch lesen.

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