Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6

Ein etwas exzentrischer Roman für die, die die Realität nicht zu ernst nehmen.

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Karte Alpen
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24.9.

Gestern bin ich wirklich abgefahren. Bis zum Schluss war ich nicht sicher, ob ich es tun sollte, denn eigentlich habe ich noch ein wenig Zeit. Nun, ich bin es bis jetzt nicht, einen Tag später. Selten habe ich mich an einem Ort so wohl gefühlt, hat ein Ort mich auch derart gefangen genommen. Es gab keinen Tag, von dem ich nicht hätte sagen können, dass er mich nicht ausgefüllt hätte, selbst an den Regentagen konnte ich noch das eine oder andere unternehmen. Ich bin mir jetzt sogar nicht sicher, ob ich in den Bergen nicht insgesamt besser aufgehoben bin als am Meer. In jedem Fall nutze ich sie stärker, bin länger hier unterwegs. Denn ans Schwimmen im Meer oder an andere Sportarten wie Surfen denke ich nicht einmal. Wohl aber an das Klettern in den Bergen, obwohl ich ziemlich sicher bin, dass es dafür schon fast zu spät ist. Auch wenn ich mich fit halte, die 40 habe ich nun einmal schon eine Weile überschritten. Und die Kletterkurse scheinen sich hier allesamt um die Jugend zu drehen. Recht haben sie. Meine Zeit ist de facto vorbei. (Anmerkungen anderthalb Jahre später: Ein Hörsturz zwei Monate später und die damit verbundene Zerstörung meines Gleichgewichtorgans im rechten Ohr haben diese Hoffnungen zunichte gemacht. Also bleibt es bei Wanderungen, was mir sehr recht ist)
Ich ließ also die Lechtaler Alpen hinter mir, schaute noch einmal auf den Tschirgant, als ich tankte. Dann riss ich mich los. Was mich am meisten beeindruckt hat, war die Ursprünglichkeit. Etwas also, das ich in den meisten anderen Gebieten vermisse.
Je länger ich fuhr, desto niedriger wurden die Berge wieder. Ich nahm den Fernpass, der sich als recht harmlos herausstellte. Der Blick auf die Zugspitze war jedoch grandios, ein riesiger Zacken, der selbst aus der Berglandschaft heraus sticht. Bei Reutte dann habe ich Österreich verlassen. Es geht so schnell dieser Tage, der Übergang ist nicht mehr zu wahrzunehmen. Ich kann nicht sagen, dass ich einen Unterschied zwischen den Nationen bemerkt habe. War auch nicht zu erwarten, denn eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Deutschland und Österreich gibt es schon.
So also traf ich noch vor elf auf dem Camper-Stop in Füssen ein. Ich weiß nicht warum, aber ich war körperlich und geistig ziemlich ausgebrannt. Trotz der mir zur Verfügung stehenden Zeit habe ich nicht mehr viel unternommen. Die Berge, allen voran die alten Bekannten Tegelberg und Säuling waren wolkenverhangen. Also entschloss ich mich für einen Spaziergang nach Füssen, das nur einen Kilometer entfernt liegt. Wie erwartet konnte es mich nicht begeistern. Alles ist zu sauber und geordnet, selbst alte Gebäude kaum als solche zu erkennen. Mir ging es auch nicht um das Sightseeing. Es ist einfach nicht Thema der Reise.
Als ich wieder auf dem Platz ankam, merkte ich meine Erschöpfung. Es ist eigenartig. An manchen Tagen kann ich kilometerweit wandern, an anderen reicht ein kleiner Spaziergang, um mich anzustrengen.
Heute ist das Wetter in jedem Fall besser. Ich mache mich gleich auf die Tour, mal sehen, wie weit ich es dieses Mal schaffe.

Füssen

Füssen - eine saubere bayrische Stadt

Tegelberg unter Wolken

Der Tegelberg sieht jedenfalls nicht sehr einladend aus.

copyright 2005 - 2016 Torsten Thoms

buch seelenfesseln klein 3

NEU 2014:

Seelenfesseln

Der Roman zur Reise:
Nocturnia - Die langen Schatten.
Wer möchte, kann die ersten Kapitel hören. Oder auch lesen.

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